Hauptmenü
Home
Aktuelles
Über uns
Kontakt
Impressum
Bundesverband
Regional Verbände
Ambulanz Angebote
Fortbildungsprogramme
Aurea Projekt
Stellenangebote
internes Forum
Formulare
Login
Home arrow Über uns
Der Verein

 

Geschichtlicher Überblick


Seit bereits 30 Jahren ist der Elternselbsthilfeverband in Schleswig-Holstein aktiv. Durch den unermüdlichen Einsatz des Vorstandes ist es gelungen, sowohl die Anzahl der Mitglieder, als auch die der betreuten autistischen Menschen stetig zu steigern.

 

Im Jahre 1979 schlossen sich in Schleswig-Holstein Eltern autistisch behinderter Menschen und Fachleute aus dem psychosozialen Bereich zusammen und gründeten den Verein „Hilfe für das autistische Kind", zunächst als Regionalverband Schleswig-Holstein e.V.; 1990 wurde die Namensergänzung‚ „Vereinigung zur Förderung und Betreuung autistischer Menschen", beigefügt. Neun Jahre später wurde der Regionalverband zum Landesverband. Seit 1983 wird der Verein von Frau Rita Forbrig als Vorsitzende geführt.

 

Grundlagen der Vereinsgründung waren zunächst die desolaten Bedingungen für Eltern autistisch beeinträchtigter Kinder in Schleswig-Holstein. Eltern suchten damals, aus der bitteren Erfahrung heraus, dass es für ihre Kinder keine geeigneten Plätze in Kindergärten, Schulen, Werkstätten, Therapieeinrichtungen oder Wohnheimen gab, einen organisatorischen und verständnisvollen Zusammenhalt. Aus diesem Anlass begann der Vorstand 1982 mit dem Aufbau einer Ambulanz und Beratungsstelle. Eigene Räume standen zunächst nicht zur Verfügung, deshalb war man sehr froh über das Angebot, zunächst in den Praxisräumen eines Gründungsmitgliedes mit einer halben ABM Stelle für eine Diplompädagogin mit der therapeutischen und beraterischen Arbeit beginnen zu können.

 

1985 wurden schließlich eigene Räume in der Feldstraße 92 in Kiel bezogen, wodurch das therapeutische Angebot erweitert werden konnte.

Schon bald stellte sich aber heraus, dass es nicht ausreichte, die Hilfe nur in der Ambulanz und Beratungsstelle in Kiel anzubieten. Die weitläufige Struktur des Flächenlandes Schleswig-Holstein machte ein dynamisches Betreuungsangebot notwendig. Es sollte schließlich möglichst vielen Betroffenen geholfen werden, deshalb entstand in Schleswig-Holstein die mobile Ambulanz zur Förderung und Betreuung autistischer Menschen.

Zusätzlich unterhalten wir mittlerweile zwei ATZ's  (Austismus-Therapie-Zentren); seit 2012 in Neumünster und seit 2015 in Lübeck.


 

Beratungs- und Betreuungsangebot

 

Heute beschäftigt der Verein in seiner Ambulanz und Beratungsstelle, die sich inzwischen als fachliches Organ versteht, 18 gut ausgebildete Fachkräfte (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Diplom-Psychologen, Diplompädagogen, Diplom-Sozialpädagogen, Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Diplom-Kunsttherapeuten), welche zur Zeit (Stand Mitte 2008) in ganz Schleswig-Holstein ca. 230 autistische Menschen therapeutisch fördern und individuell betreuen. Soweit die Förderung nicht in den Ambulanzräumen in Kiel stattfindet, besuchen die MitarbeiterInnen ihre Klienten in den jeweiligen Einrichtungen, wie (Sonder-) Kindergärten, Regelschulen, Schulen für Körper-, Lern- und Geistigbehinderte sowie Werkstätten für Behinderte, oder auch zuhause.

Unser therapeutisches Angebot umfasst in erster Linie die Hilfe im Rahmen der Eingliederungshilfe nach den §§ 53 und 54 SGB XII oder nach § 35a SGB VIII, finanziert durch die zuständigen Sozial- oder Jugendämter.

Nach Bewilligung der Eingliederungshilfe durch die Behörde beginnt unsere Begleitung und Förderung.

 

Ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts der autismusspezifischen Förderung, ist die partnerschaftliche Kooperation mit den Eltern, bzw. Bezugspersonen und dem gesamten sozialen Umfeld. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die innerhalb der Therapie erarbeiteten sinnvollen, strukturellen oder handlungsorientierten Modifikationen breit gefächert in allen Lebensbereichen Anwendung finden, was schließlich zu optimalen Fördererfolgen führt.

In unserer Arbeit mit den autistischen Menschen kommen Therapiebausteine aus unterschiedlichen therapeutischen Fachrichtungen zum tragen. Sind es bei unseren kleineren Klienten noch überwiegend spieltherapeutische Angebote, welche in der Verbindung mit verhaltenstherapeutischen Grundsätzen zu Anwendung kommen, werden bei den älteren Kindern und Jugendlichen eher Anteile aus der Gesprächstherapie verwand. In einigen Fällen liegen die Therapieschwerpunkte im heilpädagogischen, oder auch im musisch-künstlerischen Bereich.

Alle unsere Angebote jedoch basieren auf den Grundannahmen der systemischen Therapie, wonach immer alle mit den Betroffenen befassten Personen, in den therapeutischen Prozess mit einzubeziehen sind.

 

Nach einer detaillierten Eingangsdiagnostik und der so genannten „Ist-Stands-Erhebung", werden für jeden einzelnen Klienten individuelle Therapiepläne gemäß den beschriebenen Förderschwerpunkten erstellt. Im Verlaufe des therapeutischen Prozesses werden die Förderziele in regelmäßigen Abständen evaluiert. Dabei wird sowohl die Erreichung einzelner Ziele, als auch deren Nicht-Erreichung berücksichtigt.

In unserer Arbeit mit autistischen Menschen begreifen wir uns dabei stets auch als Lernende, die in dem offenen Prozess einer individuellen Förderung eine flexible Anpassung an die jeweiligen Bedarfe als wichtigen Therapiebestandteil betrachten. Hier werden auch die Wünsche und Ziele der Betroffenen selbst berücksichtigt, natürlich in permanenter Abstimmung mit den Erziehungsberechtigten und auf der Basis der gesellschaftlichen Erfordernisse.

Unsere dieser Vorgehensweise zugrunde liegende Fördergrundlage folgt dem Prinzip der „größtmöglichen Anpassung durch eine möglichst geringe persönliche Veränderung".

Vorrangigstes Ziel ist dabei nicht die Eingliederung der Betroffenen in das vorherrschende gesellschaftliche System um jeden Preis, sondern eine sanfte Integration jedes Einzelnen bei gleichzeitiger Sicherung und Achtung seiner individuellen Persönlichkeit.


Vernetzung mit unseren Kooperationspartnern

 

Seit der Verbesserung des diagnostischen Angebotes in Schleswig-Holstein erreichen uns zunehmend Anfragen von Eltern jüngerer Kinder. Erstanträge auf ambulante Hilfen im Rahmen der Eingliederungshilfe für 2 bis 3-jährige Kinder sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Hierdurch wurde unser Kontakt zu den mobilen Frühförderstellen im Land Schleswig-Holstein erheblich verbessert. In enger Zusammenarbeit gestalten wir mit den MitarbeiterInnen der Frühförderstellen die sanfte Überleitung der Klienten von der Frühförderung in unsere Ambulanz. Dabei greifen wir natürlich gerne die bereits gemachten Fortschritte und Erfahrungen der KollegInnen aus der mobilen Frühförderung auf.

 

Mit dem Eintritt unserer Klienten in den Kindergarten/Sonderkindergarten entstehen enge und kooperative Bindungen mit dem dort tätigen Fachpersonal. Auch im Kontakt mit diesen Einrichtungen gilt es, gemeinsam unterstützende Strukturen zu entwickeln, die den Kindern helfen, sich zu orientieren, zu integrieren und zu lernen. Erste soziale Übungsfelder werden, in enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, den Eltern und eventuell begleitenden Diensten, wie bspw. ErgotherapeutInnen, KrankengymnastInnen usw., so gestaltet, dass sich die sozialen Lerneffekte für die Klienten möglichst weit reichend und vor allem positiv auswirken können.

 

Meist bereits im letzten Jahr des Kindergartenbesuchs nehmen wir gemeinsam mit den Eltern unserer Klienten Kontakt zu den MitarbeiterInnen des BIS auf. Vordringlichstes Ziel ist hierbei der harmonische Übergang der Kinder vom Kindergarten in die jeweiligen Schulen. Dabei ist es unerheblich in welche Schulform das Kind übergeleitet werden soll. Gemeinsame vorbereitende Gespräche mit der übernehmenden Schule, den zukünftigen Lehrern, ggf. dem zuständigen Jugend- bzw. Sozialamt, wenn es um die Beantragung einer Schulbegleitung geht, und weiteren unterstützenden Institutionen, sollen eine förderliche Vorbereitung garantieren und den Schülern einen guten Start in den Schulalltag ermöglichen.

Auch während der gesamten Schulzeit bleiben wir mit den KollegInnen des BIS in engem Kontakt. Zum einen geht es immer wieder um die Fortschreibung der individuellen, schulischen Förderpläne, unter Berücksichtigung ggf. notwendiger Nachteilsausgleiche, zum anderen sind wir stets gemeinsam bestrebt die Schullaufbahn unserer Klienten so sinnvoll und angenehm, wie möglich zu gestalten. Dabei sind Schulkarrieren in allen denkbaren Schularten, von der Sonder- bzw. Förderschule bis hin zum Gymnasium möglich. Auch individuelle Zwischenlösungen, mit zum Beispiel Einzelunterricht oder Leistungsanpassung in einzelnen Fächern o. ä., wurden in vielen Fällen bereits erfolgreich erarbeitet. Die guten Kontakte der MitarbeiterInnen des BIS zu den jeweiligen Schulen und die hohe Beratungskompetenz, besonders im Hinblick auf Einzellösungen, unterstützen unsere kooperative Arbeit mit Schule, Elternhaus und unseren Klienten in diesem Bereich enorm.

 

Nach Abschluss der Schule steht meist der Übertritt in die Arbeitswelt an. Unabhängig davon ob ein Wechsel in eine Werkstatt für behinderte Menschen, eine Ausbildung oder eine angelernte berufliche Tätigkeit angestrebt wird, wir begleiten unsere Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, gemeinsam mit dem BIS und ggf. den MitarbeiterInnen von AuReA, Salo und Partner, auch auf diesem Abschnitt ihres Lebensweges. Jetzt geht es darum angemessene berufliche Wünsche und Neigungen auf ihre Umsetzbarkeit hin zu überprüfen und entsprechende Fördermaßnahmen zu installieren, bzw. zu beantragen. Auch hierbei arbeiten wir in enger Kooperation mit den beteiligten Hilfsinstitutionen zusammen, um den Übertritt ins Berufsleben, entsprechend den individuellen Möglichkeiten und strukturellen Bedingungen vor Ort, adäquat vorzubereiten und umzusetzen.


Weitere Tätigkeitsfelder und Angebote

 

Neben der bereits beschriebenen therapeutischen Arbeit mit den Klienten bietet der Verein noch weitere Leistungen an.

Ein großer, umfassender Bereich ist der der Fortbildung. So werden auf Anfrage von Institutionen oder Einrichtungen spezielle Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Autismus" durchgeführt. In der Vergangenheit haben bereits viele Kindergärten, Schulen, WfbM´s und Wohneinrichtungen für behinderte Menschen, unsere Fortbildungsangebote zu besonderen Fragestellungen, bzw. Problembereichen, genutzt. Hinzu kamen im vergangenen Jahr, Fortbildungsveranstaltungen in einer Lübecker Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie, beim Malteser Hilfsdienst, im Arbeitskreis Jugendhilfe des Kreises Herzogtum-Lauenburg und im Gesundheitsamt Ratzeburg.

Vorwiegend werden bei diesen Veranstaltungen Themen, wie die allgemeinen Grundlagen der Diagnostik, die Abgrenzung zu angrenzenden Störungsbildern und der therapeutisch-pädagogische Umgang zum Zwecke der Förderung und Unterstützung von Menschen mit einer autistischen Beeinträchtigung thematisiert.

 

Seit 2005 bietet der Verein außerdem eine Freizeitgruppe für erwachsene Asperger im Umkreis von Kiel an. Die jungen Erwachsenen mit dem Asperger-Syndrom haben hier die Möglichkeit sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und gemeinsame Aktivitäten im Freizeitbereich zu planen und umzusetzen. Vom Kegeln über Schwimmen gehen oder auch den Besuch in Kino, Oper oder ähnlichem, werden unterschiedliche Aktivitäten gemeinsam in der Gruppe erlebt. Ziel dieses Angebotes ist einerseits die Aktivierung der jungen Menschen, andererseits aber auch deren Integration in das gesellschaftliche Freizeitangebot. Dabei werden Selbstbewusstsein und Selbständigkeit der Betroffenen wirksam gefördert und gleichzeitig erhalten die Teilnehmer einen geschützten Rahmen in dem sie unter sich sein und sich gegenseitig Unterstützung bieten können.

Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr soll in 2006 eine weitere Gruppe mit Jugendlichen im Alter von 13 - 17 Jahren gestartet werden.

 

Von Beginn der Arbeit des Vereines an, ist es Tradition, dass im gesamten Land, an verschiedenen, strategisch günstigen Standorten, regelmäßige Elternstammtische angeboten werden. Eltern sollen wohnortnah die Gelegenheit erhalten, sich untereinander auszutauschen und sich gegenseitig Tipps und Unterstützung zu geben. Neben dem freien Austausch untereinander, erhalten die Eltern bei dieser Gelegenheit auch das Angebot zu bestimmten Inhalten gezielte Informationen zu bekommen.

So gab es bereits Infoveranstaltungen zu Themen, wie: „Delfintherapie", „Aggressionen und Geschwisterrivalität", „Änderungen im SGB XII und VIII" und viele andere mehr. Erfahrungsgemäß werden die Elternstammtische gerne und zahlreich besucht und häufig entstehen in der Folge interne Hilfssysteme, weitere freie Zusammenkünfte und organisierte Freundschaftstreffen für die Kinder.

 

Last but not least sollen auch unsere übergreifende Angebote im Freizeitbereich Erwähnung finden. So gab es im Sommer 2005, in enger Zusammenarbeit mit und der Planung durch die Freizeitgruppe ein großes Grillfest im Freizeitpark Trappenkamp. Eltern, Kinder und die MitarbeiterInnen der Ambulanz hatten hier die Gelegenheit in freier und weitläufiger Umgebung Kontakte zu schließen und auszubauen, gemeinsam sportlich aktiv zu werden und sich an den zahlreichen Salat- und Kuchenspenden, sowie an leckerem Grillgut zu laben.

 

Ebenfalls auf Initiative der Freizeitgruppe konnte im Herbst 2005 im Rahmen der „Sozialen Wochen" ein Ausflug mit dem Besuch des Hansapark organisiert werden.

Trotz widriger Witterungsverhältnisse kamen die Familien beim Karussell fahren, Showbesuch und den zahlreichen Spiel- und Spaßangeboten voll auf ihre Kosten.

Selbst Regen und Wind konnten die Freude offenbar nicht trüben, sodass wir das Angebot auch im Jahr 2006 gerne wieder nutzen wollen.

 

Der Verein ist nach wie vor ehrenamtlicher Träger seiner Ambulanz und Beratungsstelle, er vertritt die Interessen von Eltern und Betroffenen gegenüber Behörden und der Öffentlichkeit. Er ist Mitglied im Bundesverband „autismus Deutschland", Hamburg, sowie im „Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband".

Die Ambulanz und Beratungsstelle ist das fachliche Organ des Vereins und die in diesem Verband zusammengeschlossenen Eltern und Fachleute haben sich zum Ziel gesetzt die angemessene Versorgung autistischer Menschen im Lande sicherzustellen.

 

Wie wir alle wissen werden die Zeiten schwieriger, die Finanzierungen werden in weiten Bereichen immer weiter gekürzt und das Antragswesen wird erschwert, dennoch werden wir nicht nachlassen und weiterhin engagiert daran arbeiten, dass die Lebensbedingungen verbessert werden und die individuelle Förderung optimiert wird. Im Vordergrund dieser Arbeit stehen für uns stets die Interessen und Rechte aller autistischer Menschen.


Rita Forbrig

Vorsitzende des Vereins

Hilfe  für  das  autistische  Kind

Landesverband Schleswig-Holstein e.V.


 

 

 
Schriftgröße
A+ | A- | Reset